Mit ganzem Herzen
Bereits in der Einladung war die große Bedeutung erkennbar und unter dem großen Besucheransturm spürbar. Laut letzter Statistik starben 2024 bundesweit 339.212 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Oberbürgermeister Markus Pannermayr dankte der Deutschen Herzstiftung, vertreten durch Elke Mehr, für den unermüdlichen Einsatz. Ein Dank galt auch dem Klinikum St. Elisabeth und der II. Medizinischen Klinik, hier stellvertretend dem leitenden Chefarzt Prof. Dr. Sebastian Maier, für die hervorragende Arbeit und den Informationstag.
Elke Mehr von der Deutschen Herzstiftung berichtete von vielen Herzzonen, jedoch zwei Erlebnisse dieses Jahres bleiben ihr besonders in Erinnerung: Ein 13-jähriger Bub aus dem Raum Deggendorf bekam im vergangenen Jahr zunehmend gesundheitliche Probleme mit dem Herzen. Die Mutter wandte sich unter anderem an die Deutsche Herzstiftung. Am Herzzentrum in München konnte eine große Operation durchgeführt werden. Der heute 14-Jährige ist wieder gesund und trat zuletzt der Freiwilligen Feuerwehr seines Heimatortes bei. Die große Dankbarkeit der Mutter zeigte sich auch darin, dass sie einen Adventsbasar organisierte, dessen Erlös von 1.000 Euro der Deutschen Herzstiftung zugutekam.
Prof. Dr. Sebastian Maier sprach vor einer sehr großen Besucherzahl zu Beginn der Fachvorträge. „Wir setzen unser Können und unsere Erfahrung dafür ein, dass Sie wieder gesund werden. Dem Gespräch mit Ihnen messen wir für den Heilungsprozess große Bedeutung bei“, so Maier. Dr. Christian Baier referierte über die Koronare Herzkrankheit. Fettablagerungen können schon in der Kindheit unbemerkt fortschreiten. Vorbeugend sei hier der Lebensstil – ein Satz, der sich wie ein roter Faden durch alle Fachvorträge zog. Ein wichtiger Aspekt zur Gesundung sei oft der Zeitfaktor. Daher gelte es bei Brustschmerzen im Ruhezustand immer die Notrufnummer 112 zu wählen, so sein Credo.
Dr. Jan Becher nahm die Besucher in seiner Rede unter anderem mit ins Herzkatheterlabor. Mit Herzlichkeit verstand er es, den Zuhörern die Angst vor solchen Untersuchungen zu nehmen. Auch er nahm immer wieder die Vorbeugung in den Fokus. Dr. Florian Brattinger begann seinen Vortrag ebenfalls mit dem wichtigen Thema Lebensstil. Einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) gelte es entgegenzuwirken. Ein Augenmerk solle man auch auf genetische Risiken legen. Seine Ausführungen zum Bauchumfang – bei Männern höchstens 102 Zentimeter, bei Frauen höchstens 88 Zentimeter – führten bei manchen Besuchern zu dem Impuls, den Bauch einzuziehen.
Der Blutdruck liegt ideal bei 120 zu 70
Dr. Christoph Günther leitete zu einem alltäglichen, aber sehr relevanten Thema über: Medikamente, sowohl vor einer Herzkrankheit als auch danach. Bestimmte Kennzahlen seien zu beachten. So nannte er den Blutdruck, der mit 140/90 akzeptabel, aber mit 120/70 ideal sei. Tilman Röckl widmete sich anschließend dem Herzkatheter. Die perkutane Koronarintervention (PCI) ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung verengter Herzkranzgefäße, führte er aus.
Solleder wünscht netten Abend mit Gemüse
Die PCI ist ein kathetergestützter Eingriff zur Erweiterung verengter oder blockierter Herzkranzgefäße. Diese sogenannten Stenosen entstehen häufig durch Ablagerungen. Bei der PCI wird ein dünner Katheter über eine Arterie, meist am Handgelenk oder in der Leiste, bis zu den Herzkranzgefäßen vorgeschoben. Ein Ballon am Ende des Katheters wird dann aufgeblasen, um die Engstelle zu erweitern.
Das Schlusswort von Prof. Dr. Sebastian Maier fasste die guten Fachvorträge wohlwollend zusammen. Ihm wie allen Vorrednern waren Vorsorge und schnelle Nachsorge ein großes Anliegen. Jede Minute zähle. Daher seien Ersthelfer ein wichtiger Baustein in der Versorgung erkrankter Patienten. Er nannte hier auch die First Responder und natürlich die Notfallnummer 112.
Bürgermeister und Mediziner Dr. Albert Solleder überraschte mit einem nachdenklichen Schlusswort. Er wünschte einen guten Heimweg und einen netten Abend bei Wasser und frischem Gemüse. Ein interessanter, nachdenklicher, angstlösender und Zukunft schöpfender Tag – gestaltet von Menschen mit großen Herzen für Menschen mit gesundheitlichen Problemen am Herzen.
Quelle: Theodor Huber, Straubinger Tagblatt vom 20.11.2025
II. Medizinische Klinik
MVZ Kardiologie
Cardiac Arrest Center
Herzinfarktnetzwerk


